Code == Art?!

Was ist ein Computerprogramm? Elektrische Ladungen sausen durch Leiterbahnen, in einem bestimmten Takt, in verschiedenen Rhythmen und Mustern, auf kaum verständlichen Quantenebenen. Die Ladungen stoßen wieder andere geladene Teilchen an, Bildpunkte leuchten auf, Motoren bewegen sich, Informationen werden transportiert, die Welt verändert sich.

Für Menschen kaum vorstellbar und verständlich. Die Brücke von der menschlichen Geist zu den Strömen in Prozessoren und Speicherbausteinen ist der Programmcode, der Quelltext. Computersprachen mit eigenen Wortschätzen, Grammatikregeln — und eigener Ästhetik.

„The process of preparing programs for a digital computer is especially attractive, not only because it can be economically and scientifically rewarding, but also because it can be an aesthetic experience much like composing poetry or music.“

Donald E. Knuth, The Art of Computer Programming: Volume 1: Fundamental Algorithms

Ob mit Computerprogrammen so etwas wie Kunst geschaffen werden kann, darüber wurde und wird trefflich diskutiert. Und doch zeigen viele Beispiele, dass es einfach gemacht wird. Roboter pinseln von Algorithmen inspiriert Leinwände voll, menschliche Künstler nutzen Rechner als Werkzeuge, in der elektronischen Musik sind Computer kaum wegzudenken.

Doch der Code, der Quelltext an sich ist eher selten im Mittelpunkt künstlerischen Schaffens. Dabei bietet er vielfältige Inspiration. Das Hin- und Herwogen der Zeilen. Die Rhythmik der Codeblöcke. Die Typografie der Zeichen. Die Worte der Syntax. Die Bedeutung der einzelnen Anweisungen.

Die Aufgabe zur WueWW

Jetzt kommen wir alle ins Spiel. Programmierer, Neugierige, Kreative, Nerds, Informatikerinnen. Lasst uns eben mit Quellcodes herumspielen und versuchen, daraus etwas zu schaffen, was man Kunst nennen könnte. Aber auf jeden Fall wird man es kreativ nennen können. Und wir werden mal aus einer andere Perspektive auf ein Programm schauen.

Die Wuerzburg Web Week findet vom 12. bis 19. Oktober 2020 statt. Am WueWW-Sonntag — 18. Oktober 2020 — würde ich gerne eure Ideen für Code==Art bei einer virtuellen Vernissage vorstellen. Schickt mir also bis zum Freitag, 16. Oktober, euer Werk in digitaler Form an ralf@wuerzblog.de.

Was wollen wir?

Es geht also um Programmcode. Das kann ein von euch ausgedachtes Programm, ein Algorithmus in einer beliebigen Sprache oder ein Open-Source-Code sein. Macht damit etwas. Druckt ihn aus und malt Syntax-Highlighting mit Aquarellfarben. Wilde Typografie kann bei einem Quelltext auch interessant sein. Ein Gedicht aus Python-Anweisungen oder gar aus Maschinensprache? Sortiert einen Sortieralgorithmus. Sollte der Quelltext eines Programms für das Zeichnen eines Kreises nicht auch ein Kreis sein?

Ihr dürft dabei tiefsinnig sein. Ihr dürft dabei albern sein. Hauptsache, es macht euch Spaß, da etwas Kreatives zu schaffen.

Dabei sein ist fast alles

Natürlich steht bei Code==Art der Spaß, die Kreativität und Ruhm und Ehre im Vordergrund. Trotzdem verleihe ich ein paar kleine Anerkennungen, nämliche Gutscheine für Hermkes Romanboutique in Würzburg über 32 Euro, 16, Euro, 8 Euro, 4 Euro, 2 Euro und 1 Euro. Die Jury bin aktuell ich. Vielleicht wächst sie aber auch spontan.

Ich freue mich auf euren Werke,
Ralf